Maksymilian Olowski
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Intune, SCEP und ClearPass: EAP-TLS und Geräteautorisierung verstehen

Technischer Hintergrund zu EAP-TLS mit Intune und ClearPass: Geräteidentität, Entra-Gruppen, Attribut-Mapping, Root-CA und WPA3-Enterprise.

4 Min. Lesezeit
Windows fragt beim WLAN-Verbindungsaufbau, ob die Verbindung weiter hergestellt werden soll.

Ein vorhandenes Gerätezertifikat garantiert noch keinen WLAN-Zugriff. Für eine erfolgreiche Verbindung müssen Zertifikatsauthentifizierung, Geräteautorisierung und Serververtrauen zusammenpassen. Bei WPA3 kommen die Anforderungen des gewählten Sicherheitsmodus hinzu.

Der folgende Aufbau verwendet Windows-Geräte, Intune-SCEP-Zertifikate, ClearPass und Entra-Gerätegruppen.

Zertifikat prüfen und Netzwerkzugriff erlauben

EAP-TLS prüft die Identitäten anhand von Zertifikaten. ClearPass entscheidet anschließend anhand seiner Regeln, welche Netzwerkberechtigung die Verbindung erhält.

Damit sind zwei Ergebnisse möglich:

  • Das Clientzertifikat wird akzeptiert.
  • Die gewünschte Freigaberegel greift trotzdem nicht, weil benötigte Gruppenattribute fehlen oder falsch referenziert werden.

Eine erfolgreiche EAP-TLS-Authentifizierung bedeutet daher noch keine erfolgreiche Autorisierung.

Im Access Tracker müssen Authentifizierungsergebnis, zurückgegebene Autorisierungsattribute und angewendetes Enforcement-Profil gemeinsam betrachtet werden. Ein Default-Reject allein erklärt die Ursache nicht.

Ursprüngliche Ablehnung im Access Tracker: Fehler 206, Access denied by policy und User not found im Local User Repository.

Ursprünglicher Fehlerzustand im Access Tracker: Fehler 206 mit Reject-Profil. Der Ausschnitt allein erklärt noch nicht, welcher Prüfschritt die Freigabe verhindert.

Die Zertifikatsidentität muss zum Geräteobjekt passen

Für eine gruppenbasierte Gerätefreigabe muss ClearPass das passende Entra-Geräteobjekt ermitteln.

Dabei sind drei Kennungen zu unterscheiden:

KennungBedeutung
Intune-Geräte-IDIdentifiziert das verwaltete Gerät innerhalb von Intune
Entra-deviceIdGerätekennung in Entra ID
Entra-Objekt-idObjektkennung des Entra-Verzeichnisobjekts

Im beschriebenen Aufbau enthält das Clientzertifikat die Entra-Geräte-ID. Die ClearPass-Abfrage muss genau diese Identität aus dem ausgestellten Zertifikat auslesen und damit das zugehörige Entra-Geräteobjekt finden.

Hinweis

Maßgeblich ist der tatsächliche Zertifikatsinhalt auf dem Client. Die Intune-Profilkonfiguration allein reicht als Nachweis nicht aus. Details zur Identität im SCEP-Profil beschreibt die Microsoft-Dokumentation.

Eine vorhandene Benutzerabfrage lässt sich dafür nicht unverändert übernehmen: Benutzergruppen und Gerätegruppen gehören zu unterschiedlichen Verzeichnisobjekten. HPE beschreibt beide Abfragen getrennt in der Dokumentation zur Entra-ID-Autorisierungsquelle.

Ursprüngliche Benutzerabfrage: users-Endpunkt, Filter auf mail und anschließende memberOf-Abfrage des Benutzerobjekts.

Zuordnung des User-Group-Query: users.accountEnabled zu AccountEnabled, users.userPrincipalName zu UserPrincipalName und group.displayName zu Groups.

Benutzerabfrage und zugehöriges Mapping. Für die Geräteautorisierung werden stattdessen das Geräteobjekt und dessen Gruppenmitgliedschaften benötigt.

Abfrage, Mapping und Policy bilden eine Einheit

ClearPass stellt die abgefragten Informationen über konfigurierte Aliase bereit. Beispielsweise:

AntwortfeldAlias
device.deviceIdEntraDeviceID
device.displayNameDeviceName
deviceGroups.displayNameDeviceGroups

Device-Group-Query mit den Zuordnungen deviceGroups.displayName zu DeviceGroups, device.displayName zu DeviceName und device.deviceId zu EntraDeviceID.

Geräte-Mapping mit den Aliasen für Geräte-ID, Gerätename und Gerätegruppen.

Die Enforcement-Regel muss anschließend den tatsächlich gelieferten Alias verwenden:

Authorization:Entra-Devices:DeviceGroups
    CONTAINS WLAN-Windows

Die Namen sind beispielhaft und an die eigene Konfiguration anzupassen.

Fordern bestehende Regeln weiterhin Benutzerattribute wie Groups oder AccountEnabled an, können Meldungen wie diese entstehen:

Can't get ordered filters for attributes
Failed to get value for attributes=AccountEnabled, Groups

Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Gruppenmitgliedschaft fehlt. ClearPass kann bereits die angeforderten Attribute keinem passenden Filter zuordnen.

Nach einem Wechsel der Autorisierungsquelle müssen deshalb auch deren Referenzen geprüft werden. Eine Kontostatusprüfung darf dabei nicht ohne fachliche Prüfung durch eine Gruppenbedingung ersetzt werden.

Serververtrauen im Intune-WLAN-Profil

Neben der Prüfung des Clientzertifikats muss Windows dem Zertifikat des RADIUS-Servers vertrauen.

Wichtig

Im beschriebenen Setup war unter Root certificates for server validation zunächst die Sub-CA ausgewählt. Nach Auswahl des vertrauenswürdigen Zertifikatprofils mit der passenden Root-CA funktionierte die Verbindung.

Diese Einstellung betrifft die Vertrauenskette des RADIUS-Serverzertifikats. Sie ist von der ausstellenden CA des SCEP-Clientzertifikats zu unterscheiden.

Zusätzlich müssen konfigurierte Certificate server names zur erwarteten Serveridentität passen. Die Zertifikatsprüfung bleibt aktiv; korrigiert wird der Vertrauensanker. Die Einstellungen beschreibt Microsoft in der Dokumentation zu Windows-WLAN-Profilen in Intune.

WPA3-Enterprise: Der konkrete Modus zählt

WPA3-Enterprise mit CCM 128 und WPA3-Enterprise mit CNSA stellen unterschiedliche Anforderungen an die beteiligten Komponenten.

Im beschriebenen Setup funktionierte WPA3-Enterprise mit CCM 128. Die zunächst ausgewählte CNSA-Konfiguration stellte zusätzliche Anforderungen an Zertifikate und Kryptografie, zu denen das vorhandene RSA-2048-Gerätezertifikat nicht passte. Die Unterschiede erläutert die HPE-Dokumentation zu WPA3-Enterprise.

Aruba-Auswahl mit WPA3-Enterprise CNSA, CCM 128 und GCM 256. Im Screenshot ist noch die ursprüngliche CNSA-Einstellung markiert.

Das Menü zeigt die angebotenen Varianten. Markiert ist hier noch die ursprüngliche CNSA-Einstellung. Erfolgreich getestet wurde anschließend WPA3-Enterprise (CCM 128).

Warnung

Ein erfolgreicher CCM-128-Test bestätigt keine CNSA-Kompatibilität. Wenn CNSA vorgegeben ist, müssen Client, WLAN-Infrastruktur, EAP-TLS-Konfiguration und Zertifikate diese Anforderungen gemeinsam erfüllen.

Prüfpunkte bei einer abgelehnten Verbindung

  1. Authentifizierung: Welches Ergebnis liefert EAP-TLS für den konkreten Verbindungsversuch?
  2. Identität: Führt die Zertifikatskennung zum richtigen Entra-Geräteobjekt?
  3. Autorisierung: Werden die erwarteten Gerätegruppen zurückgegeben?
  4. Policy: Stimmen die verwendeten Attributnamen mit dem Mapping überein?
  5. Serververtrauen: Passen Root-CA, RADIUS-Serverzertifikat und konfigurierte Servernamen zusammen?
  6. WLAN-Modus: Erfüllen alle Komponenten die Anforderungen der gewählten WPA3-Variante?
Danke fürs Lesen. Weitere Beiträge